Schifffahrtskaufleute: Via Weser bis ans Weltmeer

Den letzten Dienstag im August nutzten rund 70 Auszubildende zum Schifffahrtskaufmann/ zur Schifffahrtskauffrau in Bremen, mit den Fachlehrern Sabine Rohrßen und Carsten Hülss, um die schifffahrtsrelevanten Standorte in Bremen, an der Unterweser und Bremerhaven zu erkunden. Nicht nur das Wetter spielte an diesem Tag mit, sondern auch der Güterumschlag an den einzelnen Hafenstandorten vermittelte einen sehr guten Überblick über die Leistungsprofile der Häfen.

Um 8:00 Uhr startete die Gruppe am Martinianleger mit der MS Oceana der Hal Över Schreiber Reederei in Richtung Bremerhaven. Bereits beim Passieren der Oslebshauser Schleuse konnte die Schleusung eines Bulkers beobachtetet werden sowie diverse Lade und- Löschaktivitäten im Neustädter Hafen. Neben den Werftstandorten von Lürssen, ABEKING und  RASMUSSEN und der Fassmer Werft (wo diverse Neubauten zu sehen waren) konnte man einen guten Überblick über das Ro/Ro Egerland Terminal erhalten. Vorbei an dem Kraftwerk Farge, an dem ein 30.000 Tonnen Bulker selber seiner Kohle löschte, ging es weiter nach Brake. Vier Schiffe (2 Bulker und zwei Stückgutschiffe) konnten in Brake gesichtet und beim Löschen von Tierfutter und Getreide sowie Stückgutladung beobachtet werden.  
Kurze Zeit später passierte die Gruppe dann auch noch die Standorte Nordenham und Blexen. Auch hier wurde ein Bulker, jetzt sogar mit 80.000 Tonnen beim Löschen ausgemacht. Während der vierstündigen Fahrt erhielt die Gruppe ausführliche Informationen zu den Hafenstandorten von Kapitän Dröge-Buscher, der auch alle zusätzlichen Nachfragen beantworten konnte.

Nach einem kurzen Zwischenstopp in Bremerhaven ging es weiter entlang der Stromkaje bis Weser Tonne 50. Auch hier wurden wir nicht enttäuscht. Nicht weniger als 8 Containerschiffe der verschiedensten Größen konnten an der Stromkaje ausgemacht werden. Darunter auch 2 Triple E-Klasse Schiffe der Reederei Maersk. Auch ein Kühlschiff, das in der Vergangenheit nur selten in Bremerhaven zu sehen war, löschte eine Ladung Bananen am Fruchtterminal. Auch hier wurde die Gruppe wieder von dem Kapitän der Oceana mit ausführlichen Informationen versorgt.

Nach ein und einer halben Stunde kehrte die Gruppe zurück nach Bremerhaven und konnte nun in den gecharterten Bus einsteigen.  Nach der wasserseitigen Besichtigung durfte eine landseitige Terminalführung in Bremerhaven nicht fehlen. Auch hier präsentierte sich der Hafen mit seinem Leistungsstarken Umschlagsprofil. Zwischen dem Nord-und dem Osthafen wurden Ro/Ro Projektladungen, LKWs und Maschinen gesichtet. So viele, dass kaum ein freier Lagerplatz wahrzunehmen war. Auch die scheinbar unendlich wirkenden Automengen die sowohl auf dem Terminal als auch in den Lagerhäusern zu sehen waren, beeindruckten die Schüler.  

An der Stromkaje wurde der Umschlagsprozess von Containern beobachtet.

Nach zwei Stunden Terminalbesichtigung  und vielen Eindrücken endete die Tour in Bremerhaven. Für den Rückweg wurde dann ganz einfach die Bahn gewählt, so dass die Gruppe kurz nach 18:00 Uhr den Startpunkt in Bremen wieder erreichte.        

Carsten Hülss, Bildungsgangleiter Schifffahrt