Beeindruckende Tage in der ARA-Range

Die Schifffahrtsklasse S14B (Klassenlehrer: Dietmar Nogai) begab sich vom 10.-14.05.2016 gemeinsam mit der Speditionsklasse SP15A (Klassenlehrer: Matthias Flathmann) auf eine Fahrt zu den drei bedeutendsten Westhäfen.

Auf dem Weg nach Antwerpen wurde ein Zwischenstopp in Papenburg eingelegt, um die dortige Meyer Werft zu besuchen. Obwohl diese über zwei der größten überdachten Trockendocks der Welt verfügt - das Baudock II ist sogar das größte überdachte Trockendock der Welt - müssen die großen Kreuzfahrtschiffe in sog. Blockfertigung produziert werden: Ist das erste Schwimmteil fertig, wird dieses ausgedockt und mit dem nächsten Teil begonnen. Das zweite Schwimmteil wird dann direkt vor dem Ausdocken des fertigen Kreuzfahrtschiffes ausgedockt. Alle Schwimmteile werden im Werfthafen weiter ausgebaut. Nachdem das fast fertig gestellte Kreuzfahrtschiff die Werfthalle verlassen hat, werden die Schwimmteile wieder eingedockt, zusammengefügt und um die Bug- und Hecksektionen ergänzt. Bereits im Bau waren die beiden Schiffe „Genting Dream", deren Emsüberführung voraussichtlich Mitte/Ende September 2016 stattfinden soll und die „NorwegianJoy", deren Übergabetermin 2017 sein wird.

Weiter ging es dann nach Antwerpen. Nach einer kurzen abendlichen Stadterkundung bei strömendem Regen, war am Folgetag der - gemessen am Ladungsaufkommen - zweitgrößte europäische Hafen unser Ziel: Antwerpen. Nachdem wir im Hafenzentrum Lillo unsere beiden Guides trafen, ging es mit dem Bus zunächst zu den neuen Hafenanlagen auf der linken Scheldeseite. Erster Termin war ein Besuch des „Antwerp Gateway" im Deurganck Dock, wo wir von einem Mitarbeiter des Umschlagsunternehmens DP World fachmännisch informiert wurden.

Der Hafen von Antwerpen ist flächenmäßig fast doppelt so groß wie der Hamburger Hafen Mit einem Tiefgang von ca. 16 Metern können bis zu 160.000 Tonnen abgeladene Massengutschiffe Capesizer sowie 18.000 TEU-Schiffe den Hafen problemlos anlaufen.

Aufgrund der vorherrschenden Gezeiten und einem Tidenhub von 5,50m ist Antwerpen ein Schleusenhafen. Direkt im Anschluss an das Deurgang Dock befindet sich die größte Schleuse der Welt, welche im Juni 2016 feierlich eröffnet werden soll. Nach einem Besuch des ConRo-Combinant, einem Terminals der Grimnaldi Reederei, ging es auf die rechte Seite der Schelde, von der aus wir den Umschlag konventioneller Ladung bzw. Projektladung wie z.B. Stahl beobachten konnten. Gegen 16:30 Uhr ging es weiter in das „Manhattan an der Maas". Rotterdam ist einwohnermäßig etwa so groß wie Bremen, beeindruckt aber mit einer sehr mutigen innovativen Architektur: Unsere Unterkunft befand sich in den weltberühmten Kubuswohnungen nahe des Alten Hafens.

Die Hafenbesichtigung am folgenden Tag begann mit einem beeindruckenden Besuch des APM Terminals auf der Maasvlakte 2. AGVs, vollautomatische Containerbrücken … dies ist die Zukunft des Ladungsumschlags. Wir fuhren entlang der Kaje über das komplette Terminal. Leider gab es außer der Entladung eines Binnenschiffes keinen Containerriesen zu sehen. Weiterhin beuchten wir noch die Terminals von Cobelfret und das Rail Sercice Center Rotterdam B.V. Die gigantischen Terminals sind beeindruckend und lassen die Dimensionen des internationalen Handels erahnen.

Nach diesem etwas anstrengenden Tag fuhren wir weiter in die Hauptstadt der Niederlande, wo unsere Klassen am vierten Tag sich aufteilten: Während die Schifffahrtsklasse den Hafen Amsterdam besuchte, waren die Spediteure einer Einladung der Fa. Kühne & Nagel N.V. gefolgt und haben sich dort über den Luftfrachtumschlag in Schiphol informiert.

Amsterdam ist – nach Rotterdam – der zweitgrößte Hafen der Niederlande. Bei dem Importeur Cargill werden über 20 Prozent der internationalen Kakao-Ernte umgeschlagen. Damit gilt Amsterdam als größter Kakaohafen der Welt. Ein bedeutender Lagerhalter ist die Bremer Spedition Vollers. Von dieser aus wir das intensiv duftende Naturprodukt an die verarbeitende europäische Industrie weitergeleitet. Ein wichtiges Ziel ist hier u.a. Berlin. Das gesamte Hafengebiet ist gezeitenfrei und über die Schleusen in IJmuiden erreichbar.

Für die ganze Gruppe war es eine unvergessliche Klassenfahrt, die viele neue Eindrücke sowie Erfahrungen aus dem Schifffahrtsbereich mit sich brachte. So zog eine Schülerin das Fazit: „Wenn ich in Zukunft mit Kunden der ARA-Range telefoniere, kann ich mir alles ein Bisschen besser vorstellen".